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Kathryn Cline
1. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Seit ich denken kann, macht es mir riesigen Spaß, Geschichten zu erfinden. Ich habe schon in der High School gerne Kurzgeschichten geschrieben. Danach habe ich Literatur studiert und an der Uni verschiedene Kurse über kreatives Schreiben belegt. Es ist ein toller Ausgleich zum wissenschaftlichen Arbeiten.
2. Wie kam Ihnen die Idee zu Second Sight?
Ich habe „Tödliche Träume“, den ersten Band von Second Sight, ursprünglich für meine Nichte Amy (damals dreizehn) geschrieben. Sie hatte sich zum Geburtstag ein Buch gewünscht - es sollte vor allem spannend und unheimlich sein. Ich habe zu der Zeit gerade an einer Geschichte gearbeitet, in der eine junge Frau durch eine Out-of-Body-Erfahrung herausfindet, dass ihr Freund sie betrügt. Ja, und dann kam mir die Idee zu der Schule für übersinnlich Begabte – das Institut zur Erforschung parapsychologischer Phänomene (IPP) war geboren. Ich habe die Personen etwas jünger gemacht und das Ganze in eine Krimihandlung eingebettet. Die fertige Geschichte bekam Amy zum Geburtstag. Das Geschenk kam wirklich super an!
3. Und dann haben Sie sich dafür entschieden, das Buch einem Verlag anzubieten?
Nicht ganz. Eine Freundin meiner Mutter, die als Autorin und Übersetzerin arbeitet, hat das Manuskript gelesen und war total begeistert. Sie hat es einem Verlag in Deutschland angeboten, ohne dass ich davon wusste. Eines Tages rief sie mich an und sagte, dass mein Buch dem Verlag gefallen würde und sie sogar eine Reihe daraus machen möchten. Das war vielleicht eine Überraschung! Ich habe das Manuskript dann noch mal überarbeitet und sie hat es ins Deutsche übersetzt.
4. Waren Sie eigentlich schon mal in Deutschland?
Ich habe ziemlich gute Verbindungen nach Deutschland! Meine Mutter ist gebürtige Deutsche und meine Großeltern leben in Nürnberg. Als meine Brüder und ich klein waren, haben wir sie einmal im Jahr besucht. Ein paar Freunde, die ich an der Uni kennengelernt habe, kommen auch aus Deutschland und wir besuchen uns ab und zu. Ich war erst diesen September in Hamburg und danach noch in München auf dem Oktoberfest. Mein Deutsch ist mittlerweile sogar ganz gut!
5. Wie gut kennen Sie Ihre Figuren? Wissen Sie zum Beispiel, wann sie Geburtstag haben oder was sie am liebsten essen?
In- und auswendig! Wenn man eine Geschichte mit mehreren Protagonisten entwickelt, macht man sich zwangsläufig viele Gedanken über die einzelnen Charaktere und ihre Eigenschaften. Gerade bei einer Reihe ist das sehr wichtig. Ich habe mehrere Seiten Notizen über jede Person und es kommt immer etwas Neues hinzu. Es klingt vielleicht kitschig, aber sie sind so was wie gute Freunde für mich geworden.
6. Mit welcher Ihrer Figuren haben Sie am meisten gemeinsam?
Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ich denke, in jeder Figur steckt ein bisschen von meiner eigenen Persönlichkeit. Zum Beispiel war ich wie Rebecca früher sehr nachdenklich und schüchtern – im Gegensatz zu ihr aber eine Niete in Mathe. Außerdem bin ich wie sie überzeugte Vegetarierin. Mit Andy teile ich wiederum die Liebe zur Literatur, mit Laura den Musikgeschmack und mit Jeff den Hang zum Perfektionismus. Allerdings bin ich nicht so jähzornig wie Jeff. ;-)
7. Erinnern Sie sich noch an das erste Buch, das Sie gelesen haben?
Das allererste? Keine Ahnung … Aber das erste, an das ich mich richtig gut erinnere, das mich wirklich beeindruckt hat, war Der Zauberer von Oz. Bis heute ist es eines meiner absoluten Lieblingsbücher.
8. Würden Sie gerne einen Tag mit Laura, Rebecca, Andy und Jeff verbringen? Was würden Sie zusammen unternehmen?
Natürlich! Wir würden uns einen gemütlichen Nachmittag bei Bill’s Corner machen, eine Riesenpizza bestellen und ausgiebig über das Institutspersonal lästern. Mit Laura würde ich gerne mal auf ein Konzert gehen, ich glaube das wäre sehr lustig. Und so ein paar parapsychologische Experimente fände ich auch toll.
9. Welche paranormale Fähigkeit hätten Sie am liebsten?
Es wäre schon manchmal praktisch, Telekinese zu beherrschen. Dann könnte ich den Strom ausfallen lassen, wenn mein Freund Baseball schaut … Nein, ganz im Ernst, ich glaube, dass es auch sehr belastend wäre, in die Zukunft sehen zu können oder Kontakt zu Verstorbenen zu haben. Laura, Jeff, Andy und Rebecca haben es wirklich nicht leicht!
10. Wie geht es mit den vier Freunden weiter?
Auch das zweite Jahr am IPP wird für die vier sehr spannend und es wird noch die eine oder andere Überraschung geben. Mehr verrate ich aber nicht!


