Verlagsgruppe Oetinger

Leseprobe aus "Geheimakte Joshua - Die unsichtbare Stadt"

Leseprobe

Ein geheimnisvoller Codex

So – der erste Eintrag in meinem richtigen Geheimblog, damit ich während meiner Ermittlungen, wer meinen Vater nun wirklich ermordet hat und warum, den Überblick behalte.

Ich blogge von einem Computer in der Stadtbücherei aus. Sobald ich fertig bin, werde ich die Blogadresse aus dem Verlauf löschen. Und außerdem braucht man jetzt ja ein Passwort, um auf mein Blog zu kommen.

Warum sollte ein verlorengegangenes altes Mayabuch einen solchen Aufruhr verursachen? Ich konnte mir wirklich nicht vorstellen warum, bis mir klar wurde, wie selten diese Bücher sind.

In seltenen archäologischen Artefakten steckt ein Haufen Geld. Wenn die Geschichten stimmen, die ich im Internet gefunden habe, sind alle möglichen zwielichtigen Gestalten in den Handel verwickelt. Reiche südamerikanische Drogenbarone können nicht genug von dem Zeug kriegen. Und ihre Lieblingsantiquitäten sind Mayasachen.

Und ein bislang unentdeckter Mayacodex? Der ist die Krönung.
Die Maya stellten ihre Faltbücher – Codices – aus der Rinde eines Feigenbaumes her und malten mit leuchtenden Farben ihre Hieroglyphen darauf. Die Bücher gelten als unglaubliches Zeugnis einer untergegangenen Kultur.
Das Problem ist, dass nur vier Bücher erhalten geblieben sind.
Früher gab es mal Hunderte davon. Die meisten drehten sich um astronomische und mathematische Themen. 1652, nach der Eroberung Mexikos durch die Spanier, ließ ein spanischer Bischof namens Diego de Landa in einer Stadt in Mexiko namens Mani alle Mayabücher auf einen Haufen werfen und verbrennen. De Landa war anscheinend schockiert über ihren „blasphemischen“ Inhalt. Die anwesenden Maya waren tief erschüttert.

Okay, die Kirche rief de Landa nach Spanien zurück und bestrafte ihn für das, was er getan hatte. Aber den Maya nützte das nichts mehr.
Und doch … vier Codices blieben erhalten. Spanische Soldaten, die Konquistadoren, hatten sie aus den Mayastädten mitgehen lassen. Drei Codices tauchten ein paar hundert Jahre später wieder auf, in den Häusern der Nachkommen dieser Soldaten. Ein vierter wurde versteckt in einer Höhle irgendwo in Mexiko gefunden.
Es gibt nur vier Stück, und die gehören alle Museen. Kein Privatsammler besitzt einen. Ein fünfter Codex wäre der bedeutsame Fund auf dem Gebiet der Mayaforschung – und der Schatz der Schätze für jeden dieser Sammler.
Kann es sein, dass wegen dieses Codex irgendein reicher, mächtiger südamerikanischer Gangster hinter meinem Vater her war? Dessen Leute nach dem Mord feststellen mussten, dass Dad das Geheimnis, wo der Codex versteckt ist, mit ins Grab genommen hat?

Auf der Suche nach dem verschwundenen fünften Codex der Maya kommt Josh einem unglaublichen Geheimnis auf die Spur. Es führt ihn tief in den mexikanischen Dschungel, in eine verborgene Maya-Stadt, wo der Schlüssel für die Zukunft der Welt liegt …